vom 28.08.2007 um 21:00 Uhr von Frank | Trackback URL
Kategorie(n): Freelancing, Arbeitsabläufe

Wartung, Pflege und Optimierung von Mac OS X

Nach mehreren Jahren mit Mac OS X und der Betreuung von 8 Macs in Büro/Privatwohnung traue ich mir mittlerweile eine gewisse Kompetenz bezüglich der Wartung unseres Lieblings-OS der 10.x Reihe zu. Dazu zählt auch das Beseitigen von Problemen, die durch verzweifelte Hilferufe meiner Büronachbarn und -partnern signalisiert werden.

Ausserdem liest man immer wieder in den Foren von Problemen mit Apple Software-Updates, nicht startenden Programmen oder anderen nervigen Sachen. Genauso oft werden dort die (meist nutzlosen) Standardrezepte empfohlen:

  • Rechte reparieren
  • PRAM löschen

Deswegen gibt es heute einen Artikel, der beschreibt, wie ich den kleinen Unwägbarkeiten von Panther oder Tiger zu Leibe rücke (größere gibt es nämlich nicht wink). In den letzten vier Jahren hat das gut funktioniert und hier bei uns im Büro läuft der Arbeitsalltag zu 95% reibungsfrei ab. Die 5% verteilen sich auf kleinere Problemchen und Hardwaredefekte (z. B. stinkende Mac Pros oder ein defekter Firewire Port an einem Powerbook).

Die Prozedur und Tools im Detail

Es werden einige wenige Programme benötigt. Diese sind als Free- bzw. Donationware verfügbar und gleich erläutert. Ich selbst führe diese Prozedur ca. alle 6 Wochen aus. Mein Wartungsvorgang lässt sich wie folgt skizzieren, die Reihenfolge ist dabei bewusst so gewählt:

  1. Ausführen der systemeigenen Pflegeroutinen
  2. Aktualisierung der Apple-Software
  3. Aktualiserung von Fremdsoftware
  4. Ausführen der systemeigenen Pflegeroutinen
  5. Wartung der Schriftenordner

1. Schritt: Ausführen der systemeigenen Pflegeroutinen mit YASU

YASU ist für mich das beste Tool zur Komplettwartung von OS X per Klick, geschrieben und ständig weiterentwickelt von Jim Mitchell. Das Programm ist Donationware.

YASU triggert die in den UNIX-Kern eingebauten Cron-Skripte, löscht alles Caches/Logs und setzt die Rechte der Dateien neu. Danach muss/sollte gebootet werden. Das war es dann auch mit der Wartung und Optimierung.

2. Schritt: Softwareaktualisierung von Apple-Software

Die Aktualisierung von Apples eigener Software ist ins Betriebssystem integriert und sollte ab und zu (nicht bei jedem Update, es sei denn, Ihr seid Reboot-Junks wink) ausgeführt werden. Das kann ebenfalls bequem per Mausklick erfolgen: Links oben im Menu →  → Software-Aktualisierung.

Alles runterladen was gefunden wird und dann wird meistens ein Neustart verlangt.

Achtung – zwei Dinge gibt es bei Updates für das Betriebssystem selbst (also z. B. von 10.4.8 → 10.4.9) zu beachten:

Erstens: Ich warte immer erstmal ein paar Tage ab und verfolge die Diskussionen der Early Adopters zu diesen Updates. Manchmal kommt es zu grösseren Hakeleien mit anderen Programmen und/oder Hardware und es erfolgt eine Nachbesserung, allerdings erst ein paar Tage später. Da man diese Art von Updates nicht einfach wieder löschen kann, lohnt es hier (gerade im professionellen Umfeld), vorerst passiv mitzuverfolgen, ob es Probleme gibt.

Zweitens: Diese Updates lasse ich nicht über die Software-Aktualisierung laufen, sondern lade diese als so genannte Combo-Updates direkt von der Apple Seite herunter. Warum? Die Updates per Aktualisierung laden nur nach, was benötigt wird (und verschlucken sich dabei manchmal), die Combo-Updates bringen alles mit (und sind deswegen wesentlich grösser bezüglich der Dateigrösse).

3. Schritt: Aktualiserung von Fremdsoftware

Da hilft nur das Abklappern der News-/Herstellerseiten oder die Ausführung der evtl. vorhandenen Update-Assistenten, z. B. bringen die Adobe Creative Suite oder Microsoft Office diese Assistenten mit den Paketen mit. Auch hier gilt: Erstmal abwarten, es wurden schon ganze Updates wieder zurückgezogen (für Microsoft Office z. B.).

4. Schritt: Ausführen der systemeigenen Pflegeroutinen mit YASU

Das ist kein Tipp- oder Logikfehler. Auch nach einem Softwareupdate führe ich konsequent die erneute Wartung per YASU wie oben erwähnt durch.

5.Schritt: Linotype FontExplorer™ X

Für Probleme mit Programmen, im Besonderen den Boliden von Adobe für das tägliche Freiberuflerdasein, ist der kostenlose FontExplorer™ X von Linotype eine unverzichtbare Hilfe. Wenn man täglich mit Kundenprojekten herumhantiert, sammeln sich unweigerlich immer mehr Schriften in den drei Schriftenordnern an:

  • /system/fonts
  • /libary/fonts
  • /Benutzer/xyz/libary/fonts

Vor allem der Benutzerschriftenordner quillt irgendwann über, das Resultat ist/sind ein langsamer startendes Betriebssystem/Programme. Ist eine Schrift defekt, lässt sich z. B. Adobe InDesign u. U. gar nicht mehr starten.

Mit dem FontExplorer™ X kann man Schriften bequem aktivieren bzw. deaktivieren. Es lässt sich sogar der Auslieferungszustand der Schriftenordner von OS X wiederherstellen (siehe Bild). Ferner bringt der FE Plugins für Indesign, Quark u. a. mit, die dafür sorgen, dass Schriften automatisch in Abhängigkeit vom Projekt aktiviert werden. Das Tool ist definitiv eines der besten Programme, das in den letzten Jahren das Licht der Welt erblickt hat.

Unter dem Menupunkt “Werkzeuge” findet sich das Tool zum Wiederherstellen des Auslieferungszustandes der Schriftenordner von OS X

Weitere Hinweise

Diese kompakte Routine führe ich ca. alle 6 Wochen durch. Da ich die Updates bis zu diesem Zeitpunkt aufschiebe, ist der ganze Vorgang in ca. 10-20 Minuten auch für mehrere Rechner bei parallelem Arbeiten erledigt.

Von Tools wie z. B. Shapeshifter, Tinkertool oder Onyx kann ich nur abraten (wenn man nicht weiss, was man tut), da ab und zu durch deren Gebrauch grössere Defekte entstehen. Man kann nämlich sein System auch kaputtoptimieren. Den oben angesprochenen PRAM-Reset musste ich übrigens noch nie durchführen. Und noch was für die Spielkinder: Niemals, aber auch wirklich niemals den Home-Ordner Deines Accounts (/Benutzer/xyz) im Finder umbenennen cheese

Über Ergänzungen würde ich mich freuen!

 

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1

> Geschrieben von Stefan am 29.08.2007 um 07:15

Vielen Dank für die tollen Tipps.
Für mich, als relativen Mac-Neuling (ca. 1 Jahr), wird das bestimmt eine große Hilfe sein,
wenn ich mein System mal warten möchte.

 

2

> Geschrieben von Susanne am 29.08.2007 um 08:17

Super! Hab ich schon lange nicht mehr gemacht...Ich werde meinen kleinen Cube gleich mal ein bißchen pflegen;-)

 

3

> Geschrieben von marten am 29.08.2007 um 08:24

Nun hab ich Yasu ausgeführt während ich ich hier meinen Senf dazugeben wollte und was haben wir davon? Genau, er hat sich das Kommentar natürlich gemerkt. Ich wollte mich bei dir bedanken für diese Wartungstipps da ich ebenfalls ein MacOs-Neuling bin.

Bei Windows musste man sich ja daran gewöhnen das System immer mal wieder nau aufzusetzen und es des Öfteren zu warten.

Mein kleines Macbook läuft nun seit 11 Monaten ohne größere Probleme und wenn ich mir erstmal deine Routine angewöhnt hab, sicher noch einige Monate länger so fehlerfrei.

 

4

> Geschrieben von supeermario am 29.08.2007 um 08:43

im großen und ganzen eine gute "zusammenfassung" der "gepflegten" wartung...
einziger punkt dem ich wiederspreche möchte ist: "Von Tools wie z. B. Shapeshifter, Tinkertool oder Onyx kann ich nur abraten, da ab und zu durch deren Gebrauch grössere Defekte entstehen. Man kann nämlich sein System auch kaputtoptimieren."
diese tools (speziell tinkertool und onyx) erlauben einen schnellen zugriff auf bestimmte systemeinstellung deren änderung von apple nicht unbedingt vorgesehen war. es soll user geben, die möchten keine screenshots als pdf, oder keine animationen oder der... (die liste ist groß) warum sollte man dass nicht ändern? ich glaube nicht, das man sein system damit "kaputt optimiert".

 

5

> Geschrieben von Frank am 29.08.2007 um 09:39

@Supermario: Ich weiss, dass man manchmal an bestimmten Einstellungen drehen muss smile

Allerdings erlauben diese Tools auch eine Menge anderer Einstellungen, die u. U. das komplette OS X richtig lahmlegen - alles (selbst) schon erlebt.

 

6

> Geschrieben von Dave am 29.08.2007 um 11:59

YASU kannte ich noch nicht. Muss ich mir mal anschauen. Obwohl ich meistens nur die Updates aufspiele hatte ich noch nie Probleme....

 

7

> Geschrieben von Frank am 30.08.2007 um 10:18

Ich habe mal noch einen Satz im Onyx-Abschnitt hinzugefügt, so macht es mehr Sinn smile

 

8

> Geschrieben von happy-buddha am 30.08.2007 um 11:38

moin

vielen dank für diese guten tips.
mein kleines weißes hat mich noch nie sitzen lassen und das ist gut so..wink

 

9

> Geschrieben von cre8 am 31.08.2007 um 00:42

hey danke für deinen tollen artikel ..

habe dadurch mein problem mit der neuen apple tastatur lösen können .. smile

 

10

> Geschrieben von Christoph am 31.08.2007 um 11:09

Ein gute Auflistung. Danke sehr.

 

11

> Geschrieben von quikster am 04.09.2007 um 05:04

YASU erledigt wie viele andere "Systemtools" den Cron Job aus. Was hier nicht hervor geht, und wo ich anderswo auch nicht schlau geworden bin – was geschieht, wenn man das Anacron bereits installiert hat?

Bzw. es gibt verschiedene die Behaupten, dass Apple dies mittlerweile integriert hat, und es somit nicht mehr nötig ist. ... ?

Ansonsten gute Ratschläge, speziell, dass mit den Apple Updates die "manuell" ausgeführt werden sollten.

 

12

> Geschrieben von quikster am 04.09.2007 um 05:07

Ah und by the way... ja Linotype ist wirklich das beste in Sachen Schriften auf einem Apple Computer.

Absolut das einzige Schriftverwaltungsprogramm, dass in der Lage ist 1000 Schriften ( kein Scherz) zu laden und zu verwalten – ohne dass das System abkrazt.

:D

 

13

> Geschrieben von Frank am 04.09.2007 um 10:52

@quikster: Stimmt, u. a. werden die Cronjobs getriggert. Mit Anacron sollten keinen Probleme auftreten - ob die Cronjobs 3x am Tag oder nur 1x im Monat ausgeführt werden ist ja egal. Die Tools, die Apple in Leopard integriert hat, werden wir wohl erst kennen, wenn es rauskommt smile

 

14

> Geschrieben von quikster am 04.09.2007 um 16:22

@Frank: Erscheint mir plausibel. smile

Wegen Anacron habe ich überrings gemeint, dass es zwischen 10.4.1 und späteren Updates, von Apple integriert wurde, weil man das Tool nicht mehr auf der Apple Seite downloaden kann. Damals gab es eine Jaguar und eine Tiger Version.

 

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