vom 09.08.2007 um 19:18 Uhr von Frank | 8 Kommentar(e) | Trackback URL
Kategorie(n): Selbstständigkeit, Software | 1196x gelesen

Ich bin heute im Feedreader über einen sehr interessanten Artikel bei Martin Hömmerich gestolpert, der sich ausführlich über die europäische Preispolitik bei Adobe äussert. Dazu habe ich auch ein paar Worte zu verlieren:

Es ist ja nicht so, dass man als Freiberufler kein Geld für Software ausgeben will, zumal diese Werkzeuge unabdingbar für das tägliche Geschäft sind. Was aber für grosses Unverständnis sorgt, sind die Unterschiede der amerikanischen Preise im Gegensatz zu den lokalisierten deutschen Fassungen der Adobe Produkte. Das ist bei Adobe schon länger so und sorgte immer wieder für Unruhe zwischendurch.

Im Moment hat sich die Situation jedoch für den Kunden verschärft: Die Powermacs (G4 und G5), mit denen sich viele Kreative in den letzten Jahren durch die Jobs und Projekte geschlagen haben, sind mittlerweile recht alt, finanziell abgeschrieben und die 3-Jahres-Garantie ist auch abgelaufen. Also denkt man über einen neuen Rechner nach. Das Problem dabei ist bloss, dass niemand ernsthaft mit Software arbeiten will und kann, die nicht nativ auf einem der Intel-Macs läuft. Für einen neuen Rechner wird also in jedem Fall ein Software-Update fällig, im Falle der Adobe Creative Suite 3 zwischen 800 und 1200 EUR (Design/Standard) zusätzlich – das Geld will erstmal verdient werden. In den Agenturen sieht es noch düsterer aus, da nicht nur ein Arbeitsplatz aufgerüstet werden muss.

Ein weiterer Punkt ist das Quasi-Monopol, das Adobe nach dem Kauf von Macromedia mit seinen Produkten einnimmt: Für Dreamweaver oder Fireworks findet man noch eine Alternative, bei Flash und Photoshop sieht es düster aus.

Und, wenn ich schon beim Kritisieren bin: Für viel Geld kann man sicherlich ein Top-Produkt erwarten, z. B. dass:

• Software optimiert auf aktuellen Mehrkernrechnern läuft
• Updates zeitnah und nicht erst 1.5 Jahre nach substanziellen Hardwareupdates kommen
• der Telefonsupport kompetent genug ist, um etwaige Probleme zu lösen (ich hatte mal ein After Effects Problem, schlussendlich stand ich 2 Wochen ohne Software da und musste ca. 50 Telefonate führen, um wieder arbeiten zu können)

Alle Kritikpunkte zusammen hinterlassen im Moment einen sehr schalen Beigeschmack bei mir und anderen, zumal es keine ernsthaften Mitbewerber gibt – mal sehen, wie es weitergeht.

Bei Martin gibt es unter dem Artikel noch mehr Links zum Thema.

Quelle: http://www.hoemmerich.com/2007/adobe-cs3-teuer-in-europa-oder-wie-verliere-ich-kunden-trotz-monopol/

 

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1

> Geschrieben von Fruchty am 10.08.2007 um 01:14

Das ist echt eine Frechheit, kann nicht nachvollziehen warum die Preise um das Doppelte teurer sind.

Ich hoffe das bald einer die Augen bei Adobe auf macht, um solche Preiskalkulation zu Stoppen.

Fruchty

 

2

> Geschrieben von Christoph am 10.08.2007 um 12:41

Gut, wenn man Englisch kann. Ist aber auch echt ne Frechheit......

 

3

> Geschrieben von Frank am 10.08.2007 um 12:47

Das Problem dabei ist aber, dass ein Sprachwechsel bei Adobe ein Megaaufwand ist. Deswegen hatte ich damals auch vorrübergehend kein After Effects. Letter of Destruction usw. ist einfach supernervig...

 

4

> Geschrieben von Alex am 20.12.2007 um 14:10

Die Preispolitik amerikanischer Unternehmen ist wirklich vielen ein Dorn im Auge und nicht nachvollziehbar. Solange es aber nicht wirklich brauchbare Alternativen gibt, muss man als Dienstleister durch. Es sollte wirklich keinen Kunden wundern, warum man teurer ist, als der nächste Student ums Eck.

 

5

> Geschrieben von MacGerry am 27.12.2007 um 04:10

Auch ich gehöre derzeit zu den Frustrierten der Adobe Angebotspolitik und ich bleibe derzeit bei meiner CS2 in der Premium Version, die ich parallel zu Macromedias (damals noch nicht Adobe) Studio 8, verwende. Neben den hohen Update-Preisen fehlt mir dabei auch die Idealkombination in einer CS3 Version, die die wichtigsten Produkte aus CS2 Premium und Studio 8 bündelt. Wenn ich nicht mit der richtig teueren Master Collection einige Produkte, die ich gar nicht benötige, erwerbe, fehlen mir in den anderen Kombinationen immer ein bis zwei Produkte, die einzeln nachkaufen müsste.

Schade und anscheinend einer der Nachteile, die die Übernahme von Macromedia mit sich gebracht hat. Glücklicherweise laufen die Produkte auch alle problemlos unter Leopard.

 

6

> Geschrieben von Christian am 10.01.2008 um 18:48

Mein erstes Adobe-Päckchen hab' ich gekauft, als Photoshop bei 6.0 war, und auch damals schon war die englische Fassung der "Design Collection" signifikant billiger, selbst wenn man sicherheitshalber noch zu jedem Programm ein amerikanisches Referenzhandbuch rechnete ...

Mittlerweile bin ich bei CS (die erste) und wüsste auch nicht, was außer dem Umstand, dass es eben nativ läuft, mich zu CS3 bewegen sollte. Zumindest in Photoshop ist ja nichts Wichtiges dazugekommen, jedenfalls kaum was, was ein Profi nicht auch früher schon mit ein paar Klicks mehr hingekriegt hätte - Smartfilter und Schwarzweiß-Filter z. B. sind hübsche Abkürzungen, aber mehr nicht ... Und ein bloßes Upgrade fürs ganze Paket ist heute sogar teurer als damals die Vollversion der "Design Collection" :-(

Sehr geärgert hat mich seinerzeit auch, dass für eine zweite CS für das andere Betriebssystem für'n registrierten Nutzer der volle Preis fällig war; nicht mal fünf Prozent Rabatt.

Und am allerschlimmsten ist, dass man einen Mac, den man heute kauft, laut Aussage des Schraubers meines Vertrauens gar nicht mehr auf 10.4 zurückbauen kann, um eine ältere CS unter Rosetta zu benutzen (angeblich nicht mal per Festplatten-Austausch - da muss irgendwelcher Trusted-Computing-Schweinkram wirksam sein). Da erweisen sich Adobe und Apple als Duo infernale zur gegenseitigen Einkommensmaximierung auf Kosten der Kunden :-(

 

7

> Geschrieben von Mathias am 27.04.2008 um 15:22

Fast 1000 Euro für eine Updateversion zu verlangen ist echt schon heftig. Mit 10-20 % des Kaufpreises könnte man noch leben.

 

8

> Geschrieben von Tom am 15.08.2008 um 15:39

Habe gerade CS3 Design Standard (Premium war mir zu teuer) und Lightroom 2.0 als Upgrades erhalten und war ebenfalls geschockt über den Preis! Gut zu wissen, dass Andere das auch so sehen! Interessanterweise kamen schon bei der Installation diverse Updates daher. Bridge hat z.B. in zwei Tagen bereits 4mal die Ohren angelegt und nervt auch sonst ziemlich, da es ewig braucht, bis es mit Laden fertig ist.

 

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