Mac OS X 10.5 Leopard - Erste Eindrücke, Teil 1
vom 29.10.2007 um 10:43 Uhr von Frank | Trackback URL
Kategorie(n): Apple | 2153x gelesen

Ich habe mir gestern Leopard ein paar Stunden angesehen und bin einige Arbeitsabläufe aus dem Alltag durchgegangen. Vorneweg will ich gleich sagen, dass ich das Neue OS X ausgesprochen gut finde – besser als Tiger (10.4). Im Folgenden habe ich die Neuerungen und Veränderungen aufgeführt, die mir entweder gleich aufgefallen sondern oder nach denen ich gezielt gesucht habe, der Beitrag besteht dabei aus mehreren Teilen.
Installation & Erster Start
Installiert habe ich 10.5 auf einem G5 Single mit 1.8 GHz, 3.5 GB RAM und Geforce 5200 auf einer externen Firewire800 Festplatte. Die reine Installation unterscheidet sich kaum von 10.4 und dauert ca. 20 Minuten. Dabei habe ich auch hier wieder alle für mich unnötigen Treiber, Sprachpakete und X11 abgewählt und somit belief sich der benötigte Platz auf ca. 6 GB.
Bei den anschliessenden Neustarts war ich kurz irritiert, da ca. 3x mein “altes” System von der internen Platte gebootet wurde. Erst mit Hilfe der Auswahltaste beim Starten und dem manuellen Auswählen des 10.5 Volumes liess sich der G5 überreden, Leopard zu booten. Den Start an sich finde ich übrigens auf dem G5 nicht schneller als unter 10.4, auch nicht nach mehrmaligem Starten.
Nach der altbekannten Benutzereinrichtung ist man fertig und das System einsatzbereit. Die Installation dauerte ca. 40 Minuten ohne Übernahme irgendwelcher Daten.
Die Oberfläche
Als erstes springen einem zwei Dinge ins Auge: Das etwas esoterische Hintergrundbild und das geleckte Smarties – Dock, wobei ich das Hintergrundbild noch ganz schön finde. Das Dock sieht gut aus, keine Frage, allerdings erschliesst sich mir der Funktionsvorteil im Moment noch nicht. Die blaue Glüh-Perle als Marker von aktiven Programmen ist dabei auch schlechter mit einem kurzen Blick zu identifizieren aus das altbekannte Dreieck. Ansonsten traut man sich kaum Kaffee am Rechner zu trinken, da man Sorge haben muss, das Dock vollzukleckern. Und deswegen gibt es hier gleich einen Softwarehinweis für ein Progrämmchen, womit man den 3D-Effekt ausschalten kann: 2DorNot2D.
Und wo wir gerade beim Dock sind: Die Stacks sind eine kleine und logische Weiterentwicklung der bisher schon möglichen Ordner im Dock unter Tiger. Die Gitteransicht ist sehr übersichtlich, die Fächeransicht recht schick – bedienen lassen sich beide Varianten recht gut.
Zur Optik ein paar Worte: Ich persönlich finde den Wegfall des gebürsteten Aluminiums gut. Die grauen Verläufe der Fenster sind wesentlich zurückhaltender und lenken (mich) weniger ab. Die Schriftendarstellung schein überarbeitet worden zu sein, ich meine, dass die Schriften systemweit schärfer sind. Wahrscheinlich wurde etwas am Antialiasing gemacht. Was mich etwas irritiert, sind die Hell-Dunkel Kontraste von aktiven und passiven Fenstern. Das gerade ausgewählte Fenster bekommt einen ziemlich monströsen Schatten und eine recht dunkle Kopfleiste, während die passiven Fenster recht hell sind. Klickt man in ein solches passives Fenster, gibt es einen starken Hell-Dunkel Wechsel in der Kopfleiste, bzw. dem Schatten. Für die Usuability auf jeden Fall gut, gewöhnen muss ich mich trotzdem daran.
Ansonsten hat sich an der bewährten Oberfläche nicht soviel verändert – die Programme und Einstellungen sind da, wie man sie erwartet und kennt, die grundsätzliche Bedienung ist zu 95% dieselbe wie in 10.4 Tiger. In den Systemeinstellungen wurde ordentlich geschraubt und aufgeräumt: Die Firewall ist jetzt unter Sicherheit zufinden, die Internetfreigabe findet man nun mit im Bereich Sharing, Expose hat einen Kollegen nahmes *Spaces” bekommen
Auf jeden Fall habe ich mich schnell zurecht gefunden und konnte mir die Neuerungen ansehen.
Der Finder
Alles ziemlich neu und durchdacht. Zu den Ansichtsoptionen ist eine 4. dazugekommen (APFEL-4), das schon bekannte Coverflow inkl. dem Quicklook für eine ganze Menge von medialen Dokumenten mit Bild, Ton, Video und Text. Mal sehen, ob sich Coverflow für das schnelle Vorselektieren z. B. von Bildern eignet oder ob ich das weiter mit der Spaltenansicht mache.
Daneben gibt es nun unten eine Pfadansicht (Darstellung → Pfadleiste), die ich ziemlich hilfreich finde. Deutlich verändert und aufgeräumter ist die Seitenleiste: So erkennt der Finder unter der Gruppe Freigaben nun automatisch, ob irgendein Rechner mit im Netzwerk hängt und zeigt diesen an. Wenn man möchte oder muss, kann man sich sofort im Finder an diesem Rechner identifizieren und die Laufwerke werden gemountet. Der Weg über “Gehe zu → Mit Server verbinden” fällt somit weg – super. Retour geht es genauso, es kann auf demselben Weg getrennt werden. Dabei scheint auch der Todesball abgeschafft zu sein, der den Finder immer für ca. 2 Minuten lahmgelegt hat, wenn sich ein Server ohne Abmeldung aus dem Netz verabschiedet hat.
Die nächste Gruppe Orte gibt dem Nutzer die Möglichkeit, eigene Ordner oder Dateien in der Seitenleiste als Alias abzulegen. Ich persönlich nutze das recht viel, z. B. von Serverlaufwerken, die dann per Klick ganz automatisch gemountet werden.
Alles in allem macht der Finder einen guten Eindruck, der einigen wesentlichen Stellen sinnvoll verbessert wurde.
Safari – “Ist schneller geworden”
Es gibt eine Menge Witze über die Phrase, dass Safari nach einem Update schon wieder schneller geworden ist – unter 10.5 Tiger stimmt das. Safaris Performance ist beeindruckend, es macht praktisch nur plopp, und die Seite ist da. Wesentlich verbessert wurde auch die Javascript-Performance, der Todesball von einigen JS-lastigen Seiten kommt nun nicht mehr. Des Weiteren ist die Suche nun ähnlich der des Firefoxes als Leiste (und nicht mehr als Popup) und Tabs lassen sich verschieben und damit neu anordnen – eine gute Sache. Ob ich die Webclips brauche, weiss ich noch nicht, RSS, Mail und herkömmliche Internetseiten reichen mir eigentlich.
Im zweiten Teil heute abend geht es dann weiter mit der Vorschau, iCal und den neuen Tools. Jetzt gehe ich erstmal wieder an einen Rechner mit 10.4…
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> Geschrieben von Indigo0815 am 29.10.2007 um 20:26
...sehr interessant geschrieben.
Freue mich schon auf die Fortsetzung.